Kriminalistik. Kriminalgeschichte. Kriminologie. Seit 1995
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Von der Akte ins Buch – der Wahrheit und dem Recht auf der Spur

22. Mai 2026/in Frank Esche/von Klaus Gromer

Mit dem vierten Band Thüringer Mord-Pitaval liegt nun ein weiteres Werk aus der beliebten Sachbuchreihe vor. Auf Grund des enormen Interesses an den ersten beiden Thüringer Mord-Pitaval-Bänden aus dem Genre True Crime (erschienen 2016 und 2017) kam es 2021 zur Publikation des dritten Bandes dieser Reihe.

Die große Nachfrage nach den hier aus der Zeit von 1915 bis 1960 thematisierten wahren Kriminalfällen und eine an das Landearchiv Thüringen–Staatsarchiv Rudolstadt gerichtete Anfrage aus Brasilien zu einem mysteriösen, spektakulären Mordfall führte dann nach vornehmlich umfangreichen Akten- und Zeitungsrecherchen in zahlreichen Archiven des Landes Thüringen zu dem hier vorliegenden vierten Band über, wie es in früherem Sprachgebrauch oft hieß, erscheckliche Mord- und Übeltaten.

Aus dem Auskunftsschreiben des brasilianischen Staatsbürgers ging hervor, dass er Näheres über den 1920 an seinem Verwandten Gustav Hermann Engel im kleinen thüringischen Ort Friedebach verübten Mord erfahren wollte. Da jedoch der Name des Mörders nicht bekannt war, erwiesen sich Aktenrecherchen nach relevanten Vorgängen zunächst als außerordentlich kompliziert und zeitaufwändig. Der Fall galt lange Zeit als sogenannter Cold Case.

Schließlich konnte der Autor des hiermit vorliegenden vierten Bandes unter anderem durch Anfragen an verschiedene Institutionen, umfangreiche Aktenermittlungen sowie auch durch das Aufsuchen des Tatortes Friedebach, Schritt für Schritt die Mordumstände und das Schicksal der Mörder ermitteln.

Zwei arbeitslose jungen Männer hatten sich sehr zeitig in der Nacht vom 24. auf den 25. Oktober 1920 auf den Weg begeben, um bei einem als vermögend geltenden Bauern zu einer räuberischen Tat zu schreiten. Gegen sieben Uhr erreichten sie das lückenhaft bebaute, sich weithin durch das Tal ziehende thüringische Waldhufendorf Friedebach, einem kleinen verschlafenen Ort. Der Morgen des für die Jahreszeit zu kalten, trüben und dazu stürmischen Tages hatte kaum Bewohner aus den Bauernhäusern gelockt. Die Männer gingen zielstrebig auf das Gut des 51-jährigen Landwirts Hermann Engel zu und glaubten das Gehöft ungesehen betreten zu können, denn sie wähnten den alleinstehenden Besitzer bei seiner Schwester in Ranis. Ihr Irrtum sollte sich als äußerst verhängnisvoll erweisen. Beim Betreten des Hofes wurden die beiden Männer von Engel, der gerade Arbeiten im Kuhstall verrichtete, sofort wahrgenommen und dieser wünschte den Ankömmlingen einen guten Morgen. Kurz darauf begingen die jungen Männer einen brutalen Raubmord an Engel. Der Mord an dem begüterten Bauer konnte trotz intensiver Suche nach den Tätern erst 1937 gesühnt worden, also 17 Jahre nach dem brutalen Mord an Hermann Engel!

Nach kurzer Beratung verkündete das Rudolstädter Gericht das Urteil, so wie es der Staatsanwalt Schwartz beantragt hatte. Der SS-Mann Paul Wagner wurde wegen Totschlags nach § 214 StGB zu zehn Jahren Zuchthaus verurteilt, während sein Komplize nicht mehr zu Verantwortung gezogen werden konnte, da dieser aus gesundheitlichen Gründen bereits seit Jahren in einer geschlossenen Heil- und Pflegeanstalt untergebracht war.

Einige Fotos zu diesem Fall wurden von dem erwähnten brasilianischen Staatsbürger freundlicherweise zur Verfügung gestellt.

Bild 1: Mörder Paul Wagner

Im vierten Band Thüringer Mord-Pitaval werden 27 Schwerstverbrechen aus der Zeit von 1808 bis 1978 exakt nach Originalakten rekonstruiert. Dabei wird auf manches längst der Vergessenheit anheimgefallene Schwerstverbrechen in der thüringischen Geschichte eingegangen. Die akribisch aufgearbeiteten Kriminalfälle legen dabei nicht nur ein Zeugnis menschlicher Brutalität und Grausamkeit ab, sondern informieren auch über die Aufklärungsarbeit von Polizei und Justiz.

Bild 2: Grab des ermordeten Hermann Engel in Friedebach

Die Motive der Mörder und auch Mörderinnen reichten von Hass, Rache, der Angst vor sozialem Niedergang und Verarmung bis hin zu Liebe und Eifersucht. Diesen zum Opfer fielen fremde Personen und Nachbarn, aber oftmals auch Familienangehörige wie Ehemänner, Schwiegerväter, Schwiegermütter oder auch die eigenen Kinder. Gemordet wurde mit „Waffen“ wie Pistole, Axt, Messer bzw. Rasiermesser, aber auch durch Strangulation, Vergiftung und andere Methoden wurden „unliebsame Zeitgenossen“ aus dem Leben gerissen. Die Vorgehensweisen der Täter reichten von detaillierter Planung eines Mordes bis hin zur Tötung im Affekt.

Besondere Aufmerksamkeit wird in dem Sachbuch besonders brisanten Fällen aus den Bezirken Erfurt, Gera und Suhl geschenkt, die weit über die Landesgrenzen Thüringens hinaus mediale Beachtung erfuhren und deren Aufklärung zum Teil Justiz- und Kriminalgeschichte schrieben.

In Thüringen wurden in der Zeit der Weimarer Republik, während der NS-Diktatur und auch in DDR-Bezirken Todesurteile ausgesprochen. Aufschluss über deren Vorbereitung und Vollzug in der Zeit der Weimarer Republik gibt die im Buch abgedruckte Verfügung des Thüringischen Ministeriums für Volksbildung und Justiz vom 20. November 1924 über die Vollstreckung der Todesstrafe.

Am Schluss des Buches antwortet der Autor auf ihm während zahlreicher Buchlesungen und PowerPoint-Vorträgen gestellte Fragen zu seinen True Crime Büchern Thüringer Mord-Pitaval und Thüringer Mörderinnen (alle erschienen im Arnstädter Verlag Kirchschlager).

Auch Recherchewege in den Archiven sowie die von ihm ausgewerteten archivalischen Quellen stellt er in seinen Veranstaltungen zum Teil bildlich vor. Selbige sind aufgrund ihres allgemeinbildenden Informationsgehaltes auf den Gebieten der Geschichte und der Archivarbeit auch für junge Erwachsene sehr gewinnbringend.

E-Mail: FEsche@web.de

Homepage: http://schriftsteller-frank-esche.jimdo.com/

https://www.verlag-kirchschlager.de/wp-content/uploads/2026/01/Esche_Mord_Pitaval_Bd4_Rot.jpg 2480 1598 Klaus Gromer https://www.verlag-kirchschlager.de/wp-content/uploads/2018/08/Logo_weiss-text-neu.png Klaus Gromer2026-05-22 09:42:032026-05-22 09:45:17Von der Akte ins Buch – der Wahrheit und dem Recht auf der Spur

Jetzt lieferbar: Der lebende Tote: Mord- und Kriminalfälle aus dem Herzen Thüringens 1990-2017 von Lutz Harder

14. Januar 2026/in Allgemein/von Klaus Gromer

Neu im Shop: Das neue Buch des renommierten Kriminologen Lutz Harder mit dem Titel „Der lebende Tote: Mord- und Kriminalfälle aus dem Herzen Thüringens 1990–2017“.

In seinem neuesten Band nimmt Lutz Harder die Leserinnen und Leser erneut mit an reale Tatorte voller Grauen – mitten aus Thüringen. Der Kriminalhauptkommissar schildert authentische Mord- und Kriminalfälle aus den Jahren 1990 bis 2017 und gewährt dabei einen tiefen Einblick in seine berufliche Praxis.

Doch das Buch beschränkt sich nicht allein auf Mord und Totschlag. Harder zeigt eindrucksvoll, dass der kriminalistische Alltag weit mehr umfasst: persönliche Schicksale, menschliche Abgründe und Geschichten, die unter die Haut gehen. Einige der geschilderten Fälle sind verstörend, andere bizarr – alle jedoch basieren auf realen Ereignissen und zeichnen ein eindrucksvolles Bild der Verbrechensrealität im Herzen Thüringens.

Nach „Lebendig begraben“ ist „Der lebende Tote“ bereits das zweite Buch, welches Lutz Harder im Verlag Kirchschlager veröffentlicht. Beide Bücher können in unserem Shop bestellt werden.

https://www.verlag-kirchschlager.de/wp-content/uploads/2026/01/Der_lebende_Tote-scaled.jpg 2560 1739 Klaus Gromer https://www.verlag-kirchschlager.de/wp-content/uploads/2018/08/Logo_weiss-text-neu.png Klaus Gromer2026-01-14 15:28:442026-02-26 08:11:57Jetzt lieferbar: Der lebende Tote: Mord- und Kriminalfälle aus dem Herzen Thüringens 1990-2017 von Lutz Harder

Unser 1. Bestseller – Historische Serienmörder I

10. August 2025/in Allgemein/von Michael Kirchschlager

In diesem Jahr begehen wir als Verlag unser 30jähriges Jubiläum. Aus diesem Grund gibt es immer mal ein paar „Verlags- und Buchhistorien“. Heute ein paar Bemerkungen zu unserem Long-Bestseller „Historische Serienmörder I“ (bislang über 12.000 verkaufte Exemplare). 2007 gab ich diesen Band heraus, mit dem Kriminalisten und Sachbuchautor Stephan Harbort (Vorwort) und dem Kriminalbiologen und Sachbuchautor Dr. Mark Benecke (Nachwort) als Co-Autoren.

Der Titel gehört mittlerweile zu unserer Backlist und schaffte es Dank der Wissenschaftssendung „Planet Wissen“ auf die Amazon Top 1.000 Bestsellerliste (mittlerweile 4,7 von 5 Sternen und 118 Bewertungen). Jack der Aufschlitzer ist nicht dabei, dafür aber die schrecklichsten Serienmörder Europas, die bislang völlig unbekannt waren, wie z. B. Cristman Gniperdolinga, der fast 1000 Menschen ermordet haben soll. Melchior Hedloff, die Lehmann-Familie und v. a. Auch Serienmörderinnen sind dabei, bekannte (darunter die Gesche) wie unbekannte (Saltykowa, eine russische Elisabeth Bathory). Der Band wird weiterhin als Hardcover herausgegeben, bei einem stabilen Preis von nur 22 Euro (!!!) und zahlreichen Abbildungen. Wenn Ihr mir helfen wollt, ihn weiterhin auf vorderen Plätzen zu halten, würde ich mich über eine Rezension oder Bewertung bei Amazon herzlichst freuen! Link zu Amazon: https://amzn.to/4fu76Io

https://www.verlag-kirchschlager.de/wp-content/uploads/2018/08/Logo_weiss-text-neu.png 0 0 Michael Kirchschlager https://www.verlag-kirchschlager.de/wp-content/uploads/2018/08/Logo_weiss-text-neu.png Michael Kirchschlager2025-08-10 09:51:422025-08-12 10:14:19Unser 1. Bestseller – Historische Serienmörder I

Wohl gerichtet – Vom Schafott in die Anatomie Heidelberg

21. Juli 2025/in Allgemein/von Michael Kirchschlager

Endlich im Shop lieferbar: Das äußerst spannende Buch von Sara Doll, Karen Strobel und Andreas Deutsch samt einem Vorwort von Prof. Michael Tsokos

https://www.verlag-kirchschlager.de/wp-content/uploads/2018/08/Logo_weiss-text-neu.png 0 0 Michael Kirchschlager https://www.verlag-kirchschlager.de/wp-content/uploads/2018/08/Logo_weiss-text-neu.png Michael Kirchschlager2025-07-21 17:32:232025-08-27 12:11:12Wohl gerichtet – Vom Schafott in die Anatomie Heidelberg

Nachauflage eines Klassikers! RUNIBERGUN – Vom Königreich der Thüringer

27. Juni 2019/in Allgemein/von Michael Kirchschlager

Neuerscheinung: Nachauflage eines Klassikers! RUNIBERGUN – Vom Königreich der Thüringer – Ein Sachbuch für Jung und Alt mit zahlreichen Fotos von Annelie Kolar (Opfermoor), Herzog Sizzo (Maik Elliger) vom Hermundurenaufgebot und Illustrationen von Steffen Grosser, dem Schöpfer der Drache-Emil Illustrationen. Das Buch beschreibt den Werdegang unserer Ahnen, berichtet vom Reich der Thüringer, ihren schönen Frauen, weißen Pferden, ihren Kriegen, ihren Feinden und ihrem dramatischen Untergang in zwei großen Schlachten, so geschehen bei Scithingi und drei Tage lang bei RUNIBERGUN. Manche Historiker wollten schon vor langer Zeit diesen Schlachtenort nach Weißensee zur Runneburg verorten, aber dafür fehlen leider die Belege. Schließlich endet die Geschichte vom legendenreichen Königreich der Thüringer in den Klageliedern der Radegunde. Neue Herren traten auf den Plan: die Franken. Hardcover, Fadenheftung, 88 S., ISBN 978-3-934277-27-4, Preis: 14,90 Euro.

Termine 2022

März Buchmesse in Leipzig

Bei allen Lesungen Buchverkauf und Signiermöglichkeit! Achtung! Änderungen vorbehalten!!!

https://www.verlag-kirchschlager.de/wp-content/uploads/2018/11/Emil_aus_der_Drachenschlucht.jpg 1000 790 Michael Kirchschlager https://www.verlag-kirchschlager.de/wp-content/uploads/2018/08/Logo_weiss-text-neu.png Michael Kirchschlager2019-06-27 15:25:532022-01-13 07:00:35Nachauflage eines Klassikers! RUNIBERGUN – Vom Königreich der Thüringer

Presseinformation zu: Sara Doll, Karen Strobel, Andreas Deutsch. Wohl gerichtet: Vom Schafott in die Anatomie Heidelberg. Mit einem Vorwort von Michael Tsokos. 2025

28. September 2025/in Anatomie, Sara Doll/von Michael Kirchschlager

Dr. Sara Doll (Institut für Anatomie und Zellbiologie der Medizinischen Fakultät Heidelberg) hat zusammen mit Prof. Dr. Andreas Deutsch (Heidelberger Akademie der Wissenschaften) und Karen Strobel M.A. (MARCHIVUM) ein neues Buch publiziert. Die Publikation beschäftigt sich mit Menschen, deren Schicksale in der Anatomie Heidelberg endeten. Die Veröffentlichung ist ab sofort sowohl im Buchhandel als auch im MARCHIVUM-Shop käuflich zu erwerben.

Anatomische Sammlungen ohne Präparate sind undenkbar. Doch woher stammen diese, welche Menschen wurden -meist unfreiwillig- in die Anatomien gebracht? Dieser Frage geht Sara Doll seit etwa 10 Jahren nach. Nun wurden die Schicksale einige dieser Personen, deren Lebensweg auf dem Schafott endete und die anschließend zu Lehr- und Forschungszwecken in die Anatomie Heidelberg kamen, näher erforscht und ihr Leben nachskizziert, aber auch die Tat, die zur Hinrichtung führte und was danach mit den Körpern passierte. Der Blick wird zudem auf weitere beteiligte Personen wie die Scharfrichter geweitet und zum Beispiel der Unterschied zwischen einer Hinrichtung mit dem Fallbeil oder einem Schwert erklärt.

Das Buch, das im renommierten Kirchschlager Verlag erschienen ist, zeichnet sich durch spannende und leicht verständlich gehaltene Texte aus, die faszinierende naturwissenschaftliche Aspekte mit Geschichten aus vergangenen Zeiten zu verknüpfen verstehen. Zahlreiche Abbildungen tragen dazu bei, dass die in der Anatomie auf Körperteile reduzierten und zu Präparaten „umgewandelte“ Menschen wieder eine Stimme erhalten.

Bibliographische Angaben:

Sara Doll, Karen Strobel, Andreas Deutsch. Wohl gerichtet: Vom Schafott in die Anatomie Heidelberg. Mit einem Vorwort von Michael Tsokos. Kirchschlager Verlag, ISBN: 978-3-934277-98-4, 336 Seiten mit zahlreichen Abbildungen, Preis: 28 €

https://www.verlag-kirchschlager.de/wp-content/uploads/2025/07/Titel_Doll_Wohlgerichtet_4c-scaled.jpg 2560 1762 Michael Kirchschlager https://www.verlag-kirchschlager.de/wp-content/uploads/2018/08/Logo_weiss-text-neu.png Michael Kirchschlager2025-09-28 20:19:062025-09-28 20:19:10Presseinformation zu: Sara Doll, Karen Strobel, Andreas Deutsch. Wohl gerichtet: Vom Schafott in die Anatomie Heidelberg. Mit einem Vorwort von Michael Tsokos. 2025
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