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Traugott Vitz Langes Seil, schneller Tod Wie Großbritannien seine Mörder hängte

Traugott Vitz Langes Seil, schneller Tod 
Wie Großbritannien seine Mörder hängte

Von allen Hinrichtungsarten ist wohl keine so britisch wie das Hängen. Die Briten exportierten sie überall dort hin, wo sie als Kolonial- oder Besatzungsmacht das Sagen hatten: Nach Nordamerika, Australien, Neuseeland, Indien, Singapur, Palästina…

Softcover, Franz. Broschur, 272 Seiten, zahlreiche s/w Abbildungen

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Preis: 14.95 €
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Von allen Hinrichtungsarten ist wohl keine so britisch wie das Hängen. Die Briten exportierten sie überall dort hin, wo sie als Kolonial- oder Besatzungsmacht das Sagen hatten: Nach Nordamerika, Australien, Neuseeland, Indien, Singapur, Palästina… Bis 1868 hängten die Briten öffentlich. Bis 1964 hängten sie hinter Gefängnismauern. Sie machten eine Wissenschaft daraus – oder versuchten es wenigstens. Sie waren stolz darauf – und hielten alles, was damit zusammenhing, rigoros geheim. Inzwischen aber sind die meisten Akten zugänglich. Aus Material des Britischen Nationalarchivs, Zeitungsberichten des 19. Jahrhunderts und Biographien der Henker hat Traugott Vitz die Geschichte der letzten 96 Jahre britischer Hinrichtungspraxis geschrieben.

Britisches Hängen war angeblich schnell, human und schmerzlos, aber stimmte das? Nun: beinahe. Allerdings sicher nicht von Anfang an, als ein viktorianischer Universalgelehrter zum ersten Mal eine Formel entwarf, die die Fallhöhe zum Körpergewicht in ein Verhältnis setzte. Entlang von Zeitungsberichten und Archivmaterial des 19. Jahrhunderts folgt Traugott Vitz den Spuren von William Marwood (dem ersten englischen Henker, der den langen Fall verwandte), den Erfolgen und Fehlschlägen seines Nachfolgers James Berry, den sorgfältigen Nachforschungen des Todesstrafen-Komitees (1886-88), den Zeiten der Henkerdynastien Billington und Pierrepoint bis zu den letzten englischen Hinrichtungen im Jahr 1964. Zum ersten Mal wird der entscheidende Einfluß des Gefängnisarztes James Barr (später Präsident der British Medical Association) auf die Entwicklung der Abläufe und der Fallhöhentabelle aufgezeigt. Als deutscher Autor und weil er das Thema als erster auf deutsch behandelt, befaßt sich Vitz etwas ausführlicher mit den von Albert Pierrepoint vorgenommenen Hinrichtungen von Kriegsverbrechern in Hameln (Deutschland). Er erzählt in sehr lesbarer, lebhafter Weise, aber vor einem beeindruckenden Hintergrund an Quellen, der medizinische Lehrbücher und Zeitschriften einschließt.

British Hanging was said to be swift, humane, and painless, but was it? Well, almost: certainly not from the beginning, when a Victorian polymath came up with the first formula relating drop length to body weight. Using British 19th century newspapers and archive documents, Traugott Vitz traces the steps of William Marwood (the first English hangman to use the long drop), the successes and mishaps of his successor James Berry, the diligent investigations of the Capital Sentences Committee (1886-88), and follows the times of the hangman dynasties of the Billingtons and the Pierrepoints to the last English executions in 1964. For the first time, the crucial influence of prison doctor James Barr (later to become president of the British Medical Association) in developing procedures and drop tables is shown. As a German author and covering the subject in German for the first time, Vitz deals in some detail with the executions of war criminals done by Albert Pierrepoint at Hameln (Germany). He tells his tale in very readable, vivid language but from an impressive background of sources, including medical textbooks and journals.