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Der Kopf in der Ilm. Ein Thüringer Kriminalist erzählt.

Der Kopf in der Ilm. Ein Thüringer Kriminalist erzählt.

Dieses Buch unterscheidet sich von den meisten Kriminalromanen in einem Punkt ganz entscheidend: es beruht auf tatsächlichen Geschehnissen. Wir folgen dem Kriminalisten Klaus Dalski an Tatorte voller Grauen, wir werden Zeugen bei Vernehmungen, werden mit „Täterversionen“ konfrontiert und müssen oftmals feststellen, daß Gerechtigkeit nur ein Traum ist.

208 Seiten, Hardcover, Leseband, Preis: 14.80 Euro, ISBN 978-3-934277-29-8

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Leseprobe

In Millionenauflagen werden die Kriminalfälle eines Sherlock Holmes oder Kurt Wallander gedruckt, „Tatort“ und „Polizeiruf 110“ ziehen Millionen Zuschauer vor den Fernseher – Krimis jeglicher Art und jeglichen Genres sind beliebt. Und doch ist all den berühmten Literatur- und Fernsehkommissaren eines gemein: Sie sind nur ein Phantasieprodukt ihrer Schöpfer, sie entstammen der Feder von Schriftstellern und Drehbuchautoren, sie sind auf Papier gedruckte Helden. Ihre Fälle, mehr oder weniger realistisch und manchmal bis ins Detail überkonstruiert, sind reine Erfindungen.

Als ich im Oktober 2009 Kriminaloberrat a. D. Klaus Dalski zu einer Talkrunde in das Arnstädter Gast- und Logierhaus „Goldene Henne“ zum Thema „Gibt es den geborenen Verbrecher?“ begrüßen durfte, wußte ich sofort: Dieser Mann hat viele Geschichten zu erzählen! Wahre Geschichten, genau der Stoff, aus dem spannende Bücher sind! Und nach Sichtung der ersten Manuskriptseiten stand für mich fest: Hier erzählt ein großer Kriminalist.

„Der Kopf in der Ilm“ ist das schriftstellerische Debüt eines Mannes, der 26 Jahre lang Verbrecher, Mörder wie auch Kleinkriminelle, gejagt und dingfest gemacht hat. Dabei war er mehr oder weniger nachsichtig, manchmal teilnahmslos, oft zornig, wütend, aber er blieb immer Mensch, ein Mensch mit Humor, ein Familienvater.

Dieses Buch stellt nicht sein Leben dar. Klaus Dalski hat nicht seine Memoiren geschrieben. Er erzählt lediglich in einer kleinen Auswahl die größten, schrecklichsten aber auch kuriosesten Kriminalfälle seiner Laufbahn.
Und hier erzählt ein Kriminalist! Seine Kriminalfälle bestechen durch eine klare, einfache Ausdrucksweise.

Klaus Dalski schreibt aus der Erinnerung heraus, ohne auf Akten zurückzugreifen, und er vergißt nie, seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu erwähnen, ohne deren Hilfe so mancher Fall nicht hätte gelöst werden können. Mit manchen von ihnen verbindet ihn noch heute eine enge Freundschaft.

In das Manuskript wurde nicht viel eingegriffen. Das hätte den originalen Klaus Dalski – übrigens einen spannenden Erzähler! nur unnötig verfälscht.

Auf „Klarnamen“, genaue Orts- und Zeitangaben wurde aus Persönlichkeitsrechten bewußt verzichtet.

Klaus Dalskis Buch unterscheidet sich von den meisten Kriminalromanen in einem Punkt ganz entscheidend: es beruht auf tatsächlichen Geschehnissen. Und noch etwas unterscheidet dieses Buch von einem Krimi: Die Helden sind nicht nur auf Papier gedruckt, sondern aus Fleisch und Blut! Das macht dieses Buch so außergewöhnlich, einzigartig. Das macht es wahrhaftig.

Sie, geschätzte Leserinnen und Leser, werden hin- und hergerissen sein, das Schmunzeln in ihrem Gesicht wird einen Augenblick später einem furchtbaren Entsetzen weichen - so erging es mir jedenfalls. Kann man einen Krimi getrost beiseite legen mit dem beruhigenden Wissen, daß alles nur ausgedacht ist, macht es uns Klaus Dalski deutlich schwerer.

Wir folgen dem Kriminalisten an Tatorte voller Grauen, wir werden Zeugen bei Vernehmungen, werden mit „Täterversionen“ konfrontiert und müssen oftmals feststellen, daß Gerechtigkeit nur ein Traum ist.

Klaus Dalski war während seiner Dienstzeit mit zahlreichen Mordfällen konfrontiert. Das Spektrum der beschriebenen Fälle reicht vom schrecklichen Kindermord über das Zerstückeln einer widerspenstigen Geliebten und der „Verbringung“ ihres Kopfes in die Ilm bis hin zum Gatten- und Raubmord.

In der Mehrzahl konnten die Kriminalisten die Mörder fassen, wie etwa den Kindermörder von Nordhausen. Aber Klaus Dalski erzählt auch von einem ungelösten Fall, der mit den modernen Mitteln des DNA-Vergleiches heute gelöst werden könnte: dem Frauenmord von Sömmerda.

Nach der Lektüre dieses Buches wird aber eines ebenfalls nur allzu deutlich: Die Kriminalität hat sich nach der „Wende“ rapide gewandelt. Änderungen in „Qualität“ und „Quantität“ sind unverkennbar.

Zum Schluß beantwortet der erfahrene Kriminalist noch einige Fragen, die ihm oft gestellt werden.

Ich wünsche Ihnen, geschätzte Leserschaft, spannende, aber auch nachdenkliche Momente mit diesem Buch. Dem Autor danke ich für seine Mühen, seiner Frau danke ich für die hervorragende Bewirtung während der Redaktionssitzungen. Dank gebührt auch Wolfgang Krüger (Celle) für die kritische Durchsicht des Manuskriptes.

Michael Kirchschlager,
im August 2010