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Thüringer Mörderinnen - Frauenschicksale zwischen Liebe und Schafott

Thüringer Mörderinnen - Frauenschicksale zwischen Liebe und Schafott

Die Motive der Thüringer Mörderinnen waren vielfältig. Sie mordeten aus Liebe, Haß, Rache oder Angst vor sozialem Abstieg und Armut. Nicht immer mordeten die Thüringerinnen jedoch allein. Häufig fanden sie sich als Mörderpärchen. Ja, die Thüringerinnen bildeten manchmal ganze Mördergruppen!

In den 21 Kriminalfällen, die in der Zeit von 1859 bis 1939 spielen, beschreiben die beiden Autoren eindrucksvoll die familiären und psychologischen Hintergründe der Taten, rekonstruieren die Tatabläufe und Gerichtsverhandlungen und zeichnen ein Bild der unterschiedlichen Klassen und Gesellschaften und deren Rechtssystem, beginnend mit der Mitte des 19. Jahrhunderts, über Kaiserzeit, Weimarer Republik und NS-Diktatur. Aufgrund der von ihnen benutzten Quellen, die vornehmlich auf Kriminalakten und Zeitungsberichten fußen, gelingt es ihnen auf einzigartige stilistische Weise Zeitkolorit zu vermitteln.

Hardcover, Fadenheftung, Leseband, 240 Seiten, zahlreiche Abbildungen,
ISBN 978-3-934277-28-1.

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Preis: 19.90 €
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Leseprobe

Ein bekannter Spruch besagt, daß in Thüringen und Sachsen, die schönen Mädchen auf den Bäumen wachsen. Dem kann man widerspruchslos beipflichten. Doch in diesem Band soll es nicht um die reizenden Äußerlichkeiten der Thüringerinnen gehen, sondern vielmehr um die Verbrechen der Thüringerinnen, genauer gesagt: um die Morde der Thüringerinnen. Doch wer glaubt, in diesem „Pitaval“ eine Galerie weiblicher Ungeheuer vorzufinden, wird sich enttäuscht sehen, denn der Querschnitt der von Frank Esche und Wolfgang Krüger behandelten Fälle reicht von der grausamen Gattenmörderin über die verzweifelte Schwiegertochter bis zur bedauernswürdigen Kindesmörderin.

Die Motive der Thüringer Mörderinnen waren vielfältig. Sie mordeten aus Liebe, Haß, Rache oder Angst vor sozialem Abstieg und Armut. Die Giftmörderin Marie Sophie Göbner wurde 1860 mit dem Beil gerichtet, da sie haßerfüllt den unwilligen Heiratskandidaten mit Arsen ins Jenseits befördert hatte. Sie gab als Motiv neben Haß noch Eigennutz an. Ebenfalls mit Gift – diesmal Strychnin - sollte Franz Enders aus dem Leben geschickt werden; auch er war seiner Frau und deren Geliebtem im Weg.

Katharina Horn überzeugte ihre beiden Söhne, daß der Vater im Weg war – sie strangulierten ihn. Nicht immer mordeten die Thüringerinnen jedoch allein. Häufig fanden sie sich als Mörderpärchen, wie Pauline Gottschalg und Eduard Röhner oder Mathilde Enders und Günther Kühnas. Ja, die Thüringerinnen bildeten manchmal ganze Mördergruppen!

Ihnen fielen Ehemänner, Schwiegerväter, Schwiegermütter zum Opfer. Sehr oft können wir das Strafmaß für die Mörderinnen nachvollziehen; es reicht von Zuchthaus bis zur Todesstrafe unter dem Fallbeil.

Auch das scheußlichste aller Verbrechen – der Kindesmord – wird behandelt. Er nimmt ein weites Feld ein.
In den 21 Kriminalfällen, die in der Zeit von 1859 bis 1939 spielen, beschreiben die beiden Autoren eindrucksvoll die familiären und psychologischen Hintergründe der Taten, rekonstruieren die Tatabläufe und Gerichtsverhandlungen und zeichnen ein Bild der unterschiedlichen Klassen und Gesellschaften und deren Rechtssystem, beginnend mit der Mitte des 19. Jahrhunderts über Kaiserzeit, Weimarer Republik und NS-Diktatur. Aufgrund der von ihnen benutzten Quellen, die vornehmlich auf Kriminalakten und Zeitungsberichten fußen, gelingt es ihnen auf einzigartige stilistische Weise Zeitkolorit zu vermitteln. 

Auch diese Ausgabe wurde - wie alle Bücher aus dem Hause Kirchschlager - in alter Rechtschreibung verfaßt. Die Quellen-, Literatur- und Abbildungsnachweise finden sich am Ende des Buches. Die Abbildung auf dem Cover stellt Marie Rosine Strauß dar. Ihre Hinrichtung 1864 war die letzte öffentliche in Deutschland. Sie hatte die Frau ihres Geliebten ermordet.